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Besichtigung Schloss Bojnice

RSC verbringt die Jahreswende in der Slowakei

Mit 30 Personen ab in den Osten. Respektabler 2. Platz für die Erste der Eisbären.

 

 

 

 

 

Radek berichtet von der Reise nach Prievidza:

 

 

 

 

Mittwoch, 30.12.2009


Unsere Abfahrt wurde auf 12.30 Uhr angesetzt und schon bis zu 30 Minuten davor trafen wir uns am Busbahnhof am Hagen. Sogar unsere Gastspieler waren schon da. Alle standen im leichten Nieselregen und warteten auf den Bus. Wir beobachteten die vorbeifahrenden Busse und fragten uns, welches Gefährt für uns gestellt wird. Auch unsere Reiseleitung war pünktlich, sogar der Sepp tauchte auf um uns eine schöne Reise zu wünschen und einen vorgezogenen Neujahrsgruß loszuwerden. Das war richtig nett. Pünktlich um 12.30 Uhr kam auch unser Bus – am Steuer saß Buffi, sein Dad assistierte daneben. Manche von uns sprangen sofort rein und suchten einen guten Platz, die anderen kümmerten sich um das Gepäck. Nach ein paar Minuten ging es los. Unser erstes Ziel war Irlbach, dort sollten wir den Rest unserer Truppe abholen. Sie standen schon da, direkt vor den Toren der Feuerwehr. Mit Pillnacher Winterjacken und einer Fellmütze boten sie natürlich ein eigenartiges Bild an, doch so waren sie nicht zu verwechseln. Nach kleinen Schwierigkeiten mit dem Gepäck – die Laderäume waren voll und so musste eine Tasche in der Schlafkajüte verstaut werden – waren wir vollzählig und es ging los.

 

Wir fuhren zuerst zur B8, dann auf die A92 und anschließend auf die A3 Richtung Passau. Nach ca. 1,5 Stunden haben wir Deutschland verlassen und nun ging es auf der A1 nach Wien. Unsere Jungs begannen die Reise natürlich standesgemäß und der erste Bierkasten wurde relativ schnell geleert. Anschließend kam auch das berühmte „Stechen“ zum Einsatz und neben Bier wurden auch kleine Schnapsmengen verzerrt. Diese Spielchen brachten noch mehr Stimmung und so ging es eine Weile. Wegen den vielen Flüssigkeiten waren unsere Busfahrer auch gezwungen hier und da eine kleine Pause einzulegen. Die Bordtoilette sollte ja nur in Notfällen und auch nur für kleine Geschäfte eingesetzt werden, somit waren die Pausen wirklich notwendig. Bei St. Pölten folgen dann eine größere Fahrtunterbrechung, manche steuerten direkt in eine Wirtschaft, andere besuchten zuerst eine anliegende Tankstelle und kamen erst danach zur Gruppe. Die angeordnete 30-minütige Pause wurde ausgereizt, doch pünktlich um 17 Uhr fanden wir direkt am Bus zusammen. Leider waren unsere Busfahrer nicht ganz so schnell, wir mussten also einige Minuten im kalten Wind aushalten. Die Wartezeit wurde natürlich durch lustige (manchmal auch nicht ganz anständige) Einlagen unserer Alkoholfreunde verschönert und so hatten wir alle viel zum Lachen. Dabei wurden manche Personen während des Verrichtens ihres Geschäftes von anderen in die Büsche geschubst und erlebten dabei den Kontakt bestimmter Körperteile mit Sträuchern, woraus sie sich mit liebevollen Würgegriffen revanchierten. Den Beobachtern entlockte eine solche Aktion ein Lächeln und den einen oder anderen passenden Kommentar. So verging die Wartezeit wie im Flug und schon bald waren wir wieder auf der Autobahn.

 

Gerüchten zufolge gab es bei der Einfahrt in die Slowakei kleine Orientierungsschwierigkeiten. Den Reisenden ist es so gut wie nicht aufgefallen, doch die Reiseleitung war – bedingt durch viele Stechspielchen – nicht mehr so aufmerksam wie am Anfang. Und so mussten unsere Busfahrer den einen oder anderen Umweg fahren bis sie die richtige Straße erwischten. Zusätzlich dazu machten wir einen kurzen Stopp um die gefüllten Blasen zu leeren, die notwendige Vignette zu kaufen und uns die Beine ein wenig zu vertreten. Die letzten Stunden zogen sich wirklich. Die Laune im Bus stieg mit jedem Kilometer. Es wurde gesungen, getrunken, geschimpft, gelacht, die Reiseleitung brachte uns unanständige slowakische Ausdrücke bei und immer wieder fragte einer, wie weit es noch ist. Gegen 22 Uhr haben wir unser Ziel erreicht.

 

Das anfängliche Chaos an der Rezeption war vorherzusehen. Jeder von uns musste sein Identifikationsdokument abgeben und die Zimmerschlüssel wurden verteilt. Es stellte sich ziemlich schnell heraus, dass es doch nicht so einfach ist, alle Reisenden auf die verfügbaren Zimmer zu verteilen. Letztendlich wurde jeder irgendwo einquartiert und bezog sein Zimmer. Danach wurde es sehr individuell: Manche von uns machten sich hübsch und stürzten sich ins Nachtleben von Prievidza, andere besuchten einen Supermarkt und kauften ein wenig ein. Der Versuch, eine vergessene Badehose zu erwerben, scheiterte jedoch am Angebot, es gab einfach keine. Und so ging unser erster Reisetag zu Ende. Manche von uns verbrachten die Nacht auf der Piste, andere lagen im Bett und sahen fern und wieder andere würden gerne fernsehen, was aufgrund der fehlenden Lautstärkeverstellung doch nicht möglich war. Und andere mussten sich die Zeit irgendwie vertreiben, weil sie ihren Zimmerschlüssel nicht hatten. Der Tag endete also typisch für uns, mit unvorhergesehenen Schwierigkeiten…

 

Donnerstag, 31.12.2009

 

Der Tag fing an, wie der letzte aufhörte, das Chaos erwischte uns beim Frühstück. Es stellte sich heraus, dass wir erst um 10 Uhr frühstücken können. Für manche von uns war das eine unüberwindbare Hürde, so ohne den morgendlichen Kaffee in den Tag zu starten. Sie bewegten sich alle sehr langsam um die Eingangstür zum Speiseraum, machten unzufriedene Gesichter und überlegten, wie es wohl weiter geht. Gleichzeitig bekamen wir alle unsere Dokumente wieder ausgehändigt. Was wir dabei unterschrieben haben – davon hat uns keiner was gesagt. Hoffentlich ist es kein Abo eines slowakischen Senders. Kurz vor 10 Uhr saßen wir dann alle beim Frühstück. Erst jetzt, bei dem besseren Licht, konnte man die Spuren der letzten Nacht erkennen. Manche waren noch wirklich angeschlagen, ich denke, sie dürften noch zwei Tage lang kein Fahrzeug führen. Aber die Laune war gut, auch wenn das Frühstück sehr einfach war.

 

Danach packten wir unsere Badesachen ein und es ging los. Richtig schlimm hat es diejenigen von uns erwischt, die schöne große Rucksäcke dabei hatten. Ihnen wurden alle möglichen Badeutensilien in die Hand gedrückt und innerhalb von ein paar Augenblicken trugen sie Badesachen von 8 bis 10 Personen.  Vor dem Hotel trafen wir auch unsere Busfahrer, sichtlich angefressen. Anscheinend haben wir bei der Hinfahrt ein wenig übertrieben und die Reste von allen möglichen Verpackungen, Flaschenverschlüssen und sonstiges am Boden entsorgt. Naja, Alkohol macht ja bekanntlich die Birne weich. Zusätzlich dazu bekamen unsere Busfahrer kein Frühstück mehr, denn sie räumten den Bus solange auf, bis es kein Frühstück mehr gab. Dazu entstand der Verdacht, dass manche von uns mehr als nur die eine ihnen vor die Nase gestellte Portion verzerrt haben. Die Verdächtigen blieben den Rest des Tages unter Beobachtung, öffentliche Bekenntnisse wurden natürlich nicht ausgesprochen. Anschließend fuhren wir gemeinsam zum Schloss Bojnice. Nach einer kurzen Busfahrt und einem kleinen Spaziergang zum Schloss standen wir davor. Hier trafen wir auch Milos, der auf wartete. Unsere Reiseleitung besorgte uns allen Eintrittskarten und dann warteten wir auf unsere deutschsprachige Führung. Dabei haben wir Folgendes gelernt: Wenn viele kleine Personen durch eine Tür passen, heißt es noch lange nicht, dass alle da durch kommen, ohne dass es Spuren an den Köpfen gibt. Und das tut bekanntlich auch noch weh.

 

Beim Warten auf unsere Führung konnten wir schon mal den Innenhof des Schlosses besichtigen, die Toiletten besuchen und ein wenig frische Luft schnappen. Dabei machten wir auch eine Reihe von Gruppenaufnahmen, die vielleicht besser unter Verschluss bleiben sollten. Und irgendwann ging es dann los. Unsere Schlussführung war eine hübsche Blondine, gekleidet in traditionelle slowakische Trachten und mit recht guten Deutschkenntnissen, mit einem unüberhörbaren Akzent. Sie führte uns durch alle wichtigen Räumlichkeiten und erzählte uns hier und da was zu der Geschichte und der Entstehung des Schlosses. Es war wirklich interessant, wir haben viel gesehen, viel erfahren und können behaupten, das war eine sehr interessante Erfahrung. Speziell die Tropfsteinhöhle unter dem Schloss war beeindruckend. Nach ein wenig mehr als einer Stunde waren wir durch und trafen uns wieder im Innenhof. Hier entstanden auch ein paar eigenartige Bilder, bei der Aufnahme von Gruppenaufnahmen wurde es sogar gefährlich, denn schneebedeckte Steine sind manchmal richtig rutschig. Es wurde keiner verletzt und ein paar tolle Bilder sind auch dabei entstanden.

 

Anschließend verließen wir das Schloss und das auch ohne unerwünschten Kontakt mit Schlosstoren. Danach steuerten wir zum Badehaus, jetzt freuten wir uns schon auf den gemütlichen Teil des Tages. Nach einem mehr oder weniger kurzem Spaziergang und einer kleinen Rutschpartie auf verschneiten Wegen kamen wir irgendwann ans Ziel. Es wäre alles viel einfacher, wenn gewisse Personen einfach auf der Straße bleiben würden und nicht querfeldein durch einen Park laufen müssten. Wir haben es jedoch geschafft und standen nach ein paar Minuten in der Eingangshalle der Badeanstalt. Hier wurde es kurzzeitig richtig chaotisch, unsere Reiseführung kam ein wenig mit den Tarifen durcheinander. Milos brachte uns selbst gebackene Plätzchen mit und so saßen wir in bequemen Sesseln und warteten. Irgendwann war es dann genug. Wir sammelten schnell das Geld ein und zahlten unseren Eintritt. Danach ging es los. Jeder von uns bekam einen Schrankschlüssel, einen Laken und eine Kopfhaube. Die letzte sorgte natürlich für lustige Bemerkungen und damit auch für gute Laune. Die Umkleidekabinen waren eng und wir versuchten so schnell wie möglich fertig zu werden. Danach gingen wir geschlossen in die Therme. Unsere Badehauben sorgten für lustige Bemerkungen, wir hatten wie immer viel Spaß damit. Leider nahmen manche von uns die Hausregeln nicht ganz so eng und verzichteten auf die Kopfbedeckung. Zuerst badeten wir in einem Außenbecken, das Wasser war angenehm und nicht zu warm. Danach führte uns Milos in ein Innenbecken, das Wasser dort hatte ca. 40°C und war richtig warm. Nach ein paar Minuten fing fast jeder von uns richtig zu schwitzen an und so blieben wir nicht zu lange drin. Nach dieser Erhitzung war der warme Außenpool richtig kühl. Nach einem weiteren Gang in das warme Becken fanden wir auch einen weiteren Pool, in dem auch schwimmen möglich war. Hier gab es sogar eine Gegenstromanlage, die Strömung war nicht sehr stark aber merkbar. Anschließend kehrten wir wieder zum Außenbecken zurück. Und irgendwann beschlossen wir das Badevergnügen zu beenden. Wir verließen das Becken, fanden auch den Weg zurück zu den Umkleideräumen und trafen uns draußen vor der Anstalt wieder.

 

Nach einem 15-minütigen Spaziergang sind wir oben am Parkplatz angekommen, der Bus erwartete uns schon. Und dann ging es zurück zum Hotel. Manche von uns nutzten die freie Zeit für notwendige Entspannung vor dem Silvesterabend, andere machten sich auf dem Weg zum Einkaufen. Es stellte sich heraus, dass TESCO an 3 Tagen im Jahr geschlossen hat – und wir erwischten 2 davon. Deswegen stürzten sich viele zwischen die Regale um den 1. Januar irgendwie zu überleben.

 

Für den Abend putzten wir uns heraus, die Herren erschienen mit Hemd und Sakko, ein paar Verrückte waren in einem Anzug unterwegs, die Damen mit schicken Blusen oder Kleidern. Trotzdem konnten wir nicht verstecken, dass wir Eishockeyspieler sind – das lag wahrscheinlich an den alkoholgetränkten Augen und den unkoordinierten Bewegungen. Aber auf den ersten Blick sahen wir toll aus. Wir trafen uns alle im Foyer und gingen gemeinsam zum Essen. Das Restaurant befand sich gleich gegenüber vom TESCO auf der anderen Straßenseite. Nach ein paar Minuten sind wir dort angekommen und verteilten uns auch gleich auf 4 große Tische. Und dann begann der gemütliche Teil des Abends. Die Speisen waren nicht schlecht, die Auswahl war auch ganz in Ordnung, allerdings vermisste der eine oder andere traditionelles slowakisches Essen. Wir haben also gut und nicht zu wenig gegessen, noch mehr getrunken und es ging uns gut. Es fanden sich auch Personen unter uns, bei denen der Anblick einer Cocktailkarte eine Herausforderung erweckte, alle darin abgebildeten alkoholischen Getränke nacheinander zu kosten. Die ersten paar Cocktail konnten noch gekonnt mit den Fingern angezeigt werden, danach wurden die Bewegungen ein wenig zaghaften und nicht mehr so präzise. Ob letztendlich alle Getränke probiert werden konnten entzieht sich unserer Kenntnis. Manche von uns behaupten, es wurde geschafft, andere wiederum halten es bis heute für ein Märchen. Den Abend im Restaurant verbrachten wir gemütlich zusammen, tranken viel, redeten und lachten noch mehr und konnten auch das U20-Weltmeisterschaftsspiel zwischen der Slowakei und Schweiz verfolgen.

 

Danach begann für uns der richtige Abend. In mehreren Gruppen verließen wir das Restaurant und gingen in die daneben liegende Diskothek. Unsere Reiseleitung hat einen VIP-Bereich für uns reserviert. Die am Eingang stehende Blondine kassierte von jedem von uns den Eintritt und verpasste um ein Armbändchen mit der wichtigen VIP-Aufschrift. Irgendwie kamen sich von uns vor wie gekennzeichnete Tiere. Aber egal, wir waren drin und stürzten uns in das Vergnügen. Erstaunlicherweise war kurz nach 22 Uhr noch nicht sehr viel los. Kaum in unserem VIP-Bereich angekommen (ausgestattet mit bequemen Sitzgelegenheiten), bekamen wir einen Begrüßungsdrink in die Hand gedrückt und sahen wahrscheinlich sehr zufrieden aus. Die für uns zuständige Bedienung war schnell und zuverlässig und nahm ihre Worte „Wenn Ihr etwas braucht, egal was, dann wendet Euch an mich“ sehr ernst. Damit waren wir bestens versorgt. Und als noch die Getränkepreise für volle Alkoholflaschen bekannt wurden, gab es für uns keinen Halt mehr. Dann ging es richtig los… Manche von uns kämpften sich zur Damentoilette durch, obwohl sie eigentlich männlich waren, andere stolperten ganz gefährlich obwohl nur eine Treppenstufe zu bewältigen war, wieder andere sind mittendrin eingeschlafen und wurden für eigenartige Fotos missbraucht. Und dann gab es auch noch welche, die im betrunkenen Zustand eingeschlafen sind und eine Art Leichenstarre hatten. Diesen wurde ein Getränk aus der Hand gekommen um es nicht im Schlaf zu verschütten und der Flaschengriff der Hand blieb weiterhin bestehen – was zur allgemeinen Belustigung führte. Und dann gab es auch noch welche, die völlig frustriert waren, weil etliche Anmachversuche nicht funktionierten. Sie kamen dann traurig zu uns und sagten sichtlich angefressen, dass ohne Slowakisch-Kenntnisse so gut wie nichts möglich ist. Wir hatten alle eine interessante Nacht…

 

Freitag, 01.01.2010

 

Die Silvesternacht hinterließ ihre Spuren. Die Frühstückstische blieben weitestgehend leer, nur wenige mehr oder weniger fitte Reiseteilnehmer saßen ruhig und in Gedanken versunken im Speisesaal und versuchten ihren Körper zur Nahrungsaufnahme zu zwingen. Gegen 10 Uhr saßen wir dann zusammen im Foyer und erzählten uns lustige Geschichten aus der vorangegangenen Nacht. Je später es wurde, desto mehr von uns tauchten auf. Manche waren richtig fit, andere versuchten es zumindest. Im Laufe des späten Vormittags verschwanden wir wieder in unseren Zimmern um noch ein wenig Kraft zu tanken.

 

Pünktlich um 12 Uhr trafen wir uns wieder im Foyer. Erstaunlicherweise war unsere Gruppe gar nicht so klein. Wir machten uns also gemeinsam auf den Weg nach Bojnice – wir wollten zum Essen gehen. Voller Entsetzen stellten einige von uns fest, dass wir den Bus stehen ließen und die wenigen Kilometer zu Fuß bewältigen wollten. Natürlich gab es wieder entsprechende Bemerkungen dazu, doch letztendlich machten wir uns gemeinsam auf den Weg. Nach ca. 30 Minuten erreichten wir die Innenstadt von Bojnice und fanden auch gleich ein Lokal zum einkehren. Ein Teil unserer Reiseleitung war schon vor Ort. Darin verbrachten wir unsere Mittagszeit, tranken viel, aßen teilweise noch mehr. Es gab glückliche Gesichter aufgrund bestimmter traditioneller Speisen und weniger glückliche aufgrund der getroffenen Speiseauswahl. Eventuelle böse Blicke in Richtung der Glücklichen wurden einfach ignoriert. Wir haben alle sehr gut gegessen, nach und nach wurden alle Beteiligten langsam wach. Danach verließen wir das Restaurant und gingen wieder zurück zum Hotel. Manche von uns nutzten vorhandene Möglichkeit eines motorisierten Transportes und drückten sich so von dem anstehenden Spaziergang. Der Rest ging natürlich zu Fuß.

 

Danach folgte ein gemütlicher Nachmittag im Hotel. Für viele von uns war es ein Segen, sie verschwanden sofort in ihren Zimmern und versuchten den fehlenden Schlaf nachzuholen. Andere wiederum waren mit der Freizeitgestaltung nicht sehr glücklich und langweilten sich ein wenig. Sie nutzten vorhandene Unterhaltungsmöglichkeiten und sahen sich das schon bekannte Eishockeyspiel der U20-Weltmeisterschaft zwischen der Slowakei und Schweiz.
Am frühen Abend trafen wir uns wieder im Foyer. Wir wollten die Zeit gemeinsam verbringen und uns zusammen das „Winter Classic Game“ ansehen. Schon im Vorfeld bekamen wir die Nachricht, dass der dafür vorgesehene Beamer nicht funktionsfähig sei und wir mit einem 42 Zoll Fernseher leben müssten, was uns keine größeren Sorgen machte.

 

Die Fahrt nach Handlova (dort fand unser TV-Abend statt) verging schnell und nach ca. 20 Minuten waren wir am Ziel. Unsere „Location“ war eine Bar eines Bekannten unserer Reiseleitung. Diese wurde extra für uns geöffnet, was wir richtig gut fanden. Die Bar war sehr gemütlich, der Gastgeber hat eine kalte Platte für uns vorbereitet, die auch sehr schnell vernichtet wurde. Bis das Spiel anfing fand jeder seinen Platz und bestellte schon mal die Getränke. Es wurde richtig gemütlich. Das angesprochene 42-Zoll-Gerät hatte zwar nur die Hälfte der anvisierten Größe doch letztendlich machte es uns auch nicht viel aus. Unsere  Reiseleitung besorgte Speisekarten eines lokalen Pizzalieferanten und es begann die größte Herausforderung dieses Abends – die Wahl der richtigen Speise. Dies war nicht sehr einfach, da die Speisekarte nur in Slowakisch war und die Mehrheit von uns nichts damit anfangen konnte. Doch wie immer, auch diese Aufgabe konnten wir bewältigen. Das Ergebnis des kurzen Chaos war eine kleine Liste mit entsprechenden Speisenummern und eine Handvoll Geld. Beides wurde unserer Reiseleitung übergeben und kurze Zeit später tauchte das Essen bei uns auf. Die Macher unserer Speisen wollten uns das Leben wohl nicht zu leicht machen und verzichteten auf die Kennzeichnung einzelner Pizzen. Somit saßen wir vor einem Berg aus Pizzen und versuchten zu interpretieren, welcher Belag wohl zu welcher Bestellung passt. Doch auch das haben wir geschafft. Es gab keine Beschwerden, unsere Geschmacksrezeptoren wurden somit völlig befriedigt.

 

Das Spiel selbst war nicht sehr spannend. Abgesehen von Marco Sturm’s „Game Winning Goal“ in der Overtime war das Niveau des Spiels eher durchschnittlich. Das machte uns nicht viel aus, ein Winter Classic Game ist mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Freizeit. Im Laufe der Zeit stiegen der Konsum der Getränke und überproportional dazu auch unsere Laune. Es wurde sehr viel gelacht, was manchen von uns auch ein wenig Angst machte. Sie wussten jetzt nicht, ob sie mit lachen oder eher erste Hilfe leisten sollen. Es gab zweideutige Angebote männlicher Gruppenmitglieder an andere männlichen Vertreter, was den Empfänger dieser Angebote in Angst und Schrecken versetzte. Diese traumatische Erfahrung blieb bis Ende des Tages. Und natürlich hatten wir viel Spaß. Nach einer anstrengenden Silvesternacht war dieser Abend eine willkommene Abwechslung für uns.

 

Irgendwann verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern und fuhren wieder zurück nach Prievidza. Ein Teil von uns stürzte sich wieder in das Nachtleben, andere blieben im Foyer an der Bar, wieder andere verschwanden auf ihren Zimmern. Der gemütliche Tag endete genauso langsam und vorsichtig wie er begann.

 

Samstag, 02.01.2010

 

Heute sollten wir endlich Eishockeyspielen. Wir standen alle rechtzeitig auf und trafen uns im Speiseraum des Hotels. Manche von uns waren einigermaßen fit, andere mussten ihre Augenlider schon festhalten, damit sie nicht zufielen. Und wieder andere kämpften noch mit ihrer Motorik um verletzungsfrei durch das Frühstück zu kommen. Diesmal bekamen wir Wiener mit eigenartiger Konsistenz, was für eine Reihe witziger Kommentare sorgte und unsere Laune erheblich verbesserte. Die Zeit war knapp und so gab es keine Möglichkeit für uns das Frühstück richtig zu genießen.

 

Danach schnappten wir uns unsere Hockeytaschen und gingen ins Stadion. Dieses liegt direkt neben unserem Hotel, damit mussten wir nicht weit laufen. Wir wurden in unsere Kabine gelotst und breiteten uns darin aus. Die erste Mannschaft hatte gleich um 8 Uhr ihr erstes Spiel, damit blieb den Jungs nicht viel Zeit. Pünktlich um 8 startete das Turnier mit einem Spiel der ersten Mannschaft gegen Mamutik Handlova. Anscheinend hatten die Jungs noch richtig müde Beine, denn die slowakische Dorfauswahl lag ziemlich schnell mit 3 Toren vorne. Doch dann wachten die Jungs auf und starteten eine tolle Aufholjagd. Noch in der ersten Hälfte (gespielt wurde mit zwei Halbzeiten je 20 Minuten) konnten die Pillnacher das Spiel wenden und führten mit 4 zu 3. Im zweiten Abschnitt gelang ihnen noch ein Tor und das Spiel endete mit einem 5:3 Erfolg für die erste Mannschaft.

Danach waren die kleinen Eisbären an der Reihe. Der Gegner hieß Heckovei Prievidza, schon beim Warmlaufen trafen wir auf bekannte Gesichter, die auch schon bei uns in Straubing dabei waren. Dieser Gegner war mehrere Nummern zu groß für die Zweite, spielte gemütlich und ohne Mühe eine 3:0 Führung in der ersten Hälfte heraus und legte noch 4 weitere Tore im zweiten Abschnitt nach. Das Spiel endete zu Recht 7:0.

Der Gegner aus Prievidza war auch für die erste Mannschaft eine Nummer zu groß. Da der Gegner jedoch ein wenig stärker war mussten auch die Slowaken ein wenig zulegen und zeigten teilweise großartiges Eishockey. Nach der ersten Hälfte lag die Erste schon mit 1:4 zurück, am Ende stand das Ergebnis bei 3:10 aus der Sicht der Pillnacher. Zumindest konnten Tore gegen den Turnierfavoriten erzielt werden.

Im weiteren Spiel der zweiten Mannschaft gegen die Jungs aus Handlova gab es zunächst eine kleine Verzögerung. Der gegnerische Goalie ist nicht aufgetaucht und so nutzten die Jungs die willkommene Pause auf unterschiedliche Art. Während manche ein wenig hin und her liefen, saßen andere auf der Spielerbank und entspannten sich. Und es gab auch welche, die mit einer Wasserflasche an der Bande standen und geistreich Vergleiche mit dem Nachleben anstellten – sie hatten ein Getränk in der Hand und lehnten sich irgendwo dagegen – wie in einer Bar. Kurz danach begann das Spiel. Während die erste Hälfte noch ausgeglichen gestaltet werden konnte, zogen die Slowaken danach davon und gewannen verdient mit 6:2.

Im letzten Spiel mit Pillnacher Beteiligung standen die beiden Mannschaften auf dem Eis gegenüber. Die „kleinen“ Eisbären konnten das Spiel spannend gestaltet, verteidigten gut und kamen auch selbst zu vielen Chancen, mussten sich aber doch geschlagen geben. Am Ende des Spiels konnte sich die erste Mannschaft verdient mit 5:1 durchsetzen. Eine erschreckende Abschlussschwäche der zweiten Mannschaft verhinderte weitere Tore gegen die erste.

Das letzte Spiel des Turniers wurde zwischen den beiden slowakischen Teams ausgetragen. Erwartungsgemäß setzten sich die Jungs aus Prievidza durch und wurden damit auch unangefochten Turniersieger. Die erste Pillnacher Mannschaft belegte den zweiten Rang vor der Mannschaft aus Handlova. Die kleinen Eisbären belegten den letzten Platz. Nach 7 Stunden und 6 Spielen war das Turnier zu Ende. Es gab teilweise richtig tolle Spiele. Wir hatten viel Spaß und blieben unverletzt, was aufgrund der motorischen Koordination einiger von uns – speziell zu Beginn des Tages – durchaus als überraschend zu werten ist. Erwartungsgemäß gab es für uns jede Menge Stolperfallen (rote und blaue Linien), zu enge Banktüren und einfach eine viel zu rutschige Unterlage. Wir sahen tolle Einzelspieler in den Reihen der Slowaken, die ohne Brustpanzer und ohne Helmbänder jedoch aber mit Halskettchen unterwegs waren, wir nummerierten die Gegner einfach durch, weil sie keine Nummern auf ihren Trikots trugen, wir erlebten „gelernte“ Spieler, die immer wieder auf das gegnerische Tor stürmten um das Tor dann meterweit zu verfehlen und wir spielten auch mit – mehr oder weniger erfolgreich. Diese sportliche Betätigung hat uns mit Sicherheit nicht geschadet und war für manche von uns auch eine gute Gelegenheit wieder nüchtern zu werden.

 

Nach dem Turnier brachten wir unsere Ausrüstung wieder zum Bus und gingen zum TESCO. Dort besuchten wir eine Pizzeria und besetzten die obere Etage. Hier folgte der weniger aktive Teil des Tages. Manche von uns blieben traditionell bei ihrer Lieblingspizza, andere versuchten mal was Neues und bestellten sich Kombinationen, die gewöhnlich nicht zusammen passen (Schokoladenpizza), wir alle tranken viel, unsere Reiseleitung flirtete mit der Bedienung und wollte unbedingt ihre Beine sehen und das Zahlen der Rechnung verlief ein wenig chaotisch. Dazu gab es auch welche, die sich furchtbar aufregten und sich gar nicht beruhigen konnten, weil ihre Trinkgeldvorstellungen nicht unbedingt mit den der anderen übereinstimmten. Das Ergebnis war jedoch klar – wir waren alle entspannt und vor allem satt. Danach machten manche von uns noch kleine Einkäufe.

 

Den Nachmittag verbrachten wir teilweise im Foyer, sahen fern, quatschten ein wenig, hier und da konnte wieder Alkohol eingenommen werden, ohne dass der Körper diesen abstoßen sollte. Einige von uns lagen danach im Bett und schliefen, andere sahen das Eishockeyspiel zwischen der Slowakei und der Schweiz zum wiederholten Mal und wieder andere bereiteten sich bereits für den Abend vor und machten Bekanntschaften mit einem „Hennesey“. Als wir abends wieder gemeinsam weggingen, waren alle fit und für alles bereit.

 

In „unserer“ Discothek hat die Reiseleitung wieder den VIP-Bereich für uns reserviert. Die Eingangsprozedur war also bereits bekannt, jeder von uns zahlte und bekam ein buntes Bändchen um das Handgelenk verpasst. Und der Abend verlief typisch für uns, mit vielen Getränken, noch mehr Spaß, mit einem glücklichen „Mochichi“, der seinen Geburtstag feierte und herzliche Glückwünsche von allen entgegen nahm, einer Kiss-Cam, die nicht nur zum traditionellen Küssen animierte sondern auch ungewöhnliche Körperteile zum Vorschein brachte und natürlich mit vielen anderen peinlichen (jedoch nicht unbedingt veröffentlichungsgerechten) Situationen. Ein richtig typischer Abend für den RSC…

 

Sonntag, 03.01.2010

 

Am Abreisetag waren viele von uns noch viel angeschlagener als in den Tagen zuvor. Zum Frühstück erschienen wieder nicht alle, und manche von denen, die da waren, wären lieber im Bett geblieben. Zwischen fröhlichen und gut gelaunten Personen bis zu Frühstücksteilnehmer mit leeren und ausdruckslosen Augen war alles dabei. Unsere Rückreise sollte um 10.30 Uhr beginnen und während die meisten bereits im Bus saßen, standen einige halbnackt noch auf dem Balkon und wedelten mit irgendwelchen Handtüchern. Schließlich waren wir vollzählig, jeder hat seinen Zimmerschlüssel abgegeben und wir hofften nichts vergessen zu haben. Im Nachhinein blieb es in bestimmten Fällen nur bei der Hoffnung. Und dann ging es los.

 

Unsere erste Pause wurde bereits nach wenigen Minuten eingelegt. Aufgrund neuer Regelungen des Mautsystems ab dem 1. Januar mussten wir unseren Bus entsprechend aufrüsten um einer möglichen Strafe zu entgehen. Und so wurden beide Busfahrer und unser Reiseleiter aktiv und verschwanden in einem Tankstellengebäude. Nach ca. 30 Minuten dachten wir alle im Bus, sie würden gar nicht mehr auftauchen. Doch Wunder passieren immer wieder, nach ca. 45 Minuten wurde unser Bus durch neue Hardware aufgewertet, wir waren vollzählig und auf dem Weg nach Hause.

Die Rückfahrt verlief relativ harmlos. Beliebte „Stechspiele“ und ähnliche „harmlose“ Spielchen waren diesmal nicht sehr beliebt, die meisten von uns waren ruhig und versuchten zu schlafen. Das businterne „Entertainment-System“ wurde ebenfalls bemüht und zeigte uns bestimmte Filme, um die lange Fahrt interessanter zu gestalten. Natürlich machten wir auch Pausen, speziell die zweite Fahrtunterbrechung an einem US-amerikanischen Franchiseunternehmen brachte so manches Herz zu schlagen. Die betroffene Person stürmte herein, bestellte und saß dann gedankenversunken vor seinem Essen. Der erste Biss trieb ihm Tränen in die Augen und dann kam eine ganze Symphonie von Geschmacksnoten. Wir sehen oft glückliche Menschen, doch dieser Moment war durchaus ergreifend. Unser gemeinsamer Ansturm auf das kleine „Restaurant“ brachte die Mitarbeiter ganz schön ins Schwitzen, doch sie schafften alles, waren flott und zuverlässig.

 

Um ca. 19 Uhr erreichten wir unseren ersten Haltepunkt, setzten einen Reiseteilnehmer aus und fuhren weiter nach Irlbach. Dort verabschiedeten wir weitere Gruppenmitglieder. Einige der noch im Bus sitzenden Personen haben diese beiden Stopps anscheinend nicht ganz mitbekommen und riefen nach den nicht mehr im Bus befindlichen Personen. Dabei benutzten sie neu geschaffene Spitznamen, die überraschend und doch sehr treffend waren. In Straßkirchen haben wir uns von weiteren Reisenden verabschiedet und fuhren weiter nach Straubing. Dort erwarteten uns bereits unsere Abholdienste, wir schnappten unsere Sachen und trennten uns. Dabei wurden durchaus wichtige Gegenstände wie Schläger vergessen, doch dank anderer Personen war gewährleistet, dass sie zu ihren Besitzern sicher zurückkommen. Unser Ausflug endete so leise wie er begann…

 

Zusammenfassung

 

Die Slowakei-Reise entstand aus einer verrückten Idee am Ende der letzten Saison und diese wurde, wie mit verrückten Ideen bei RSC Pillnach üblich, umgesetzt. Die meisten organisatorischen Probleme konnten gelöst werden, alle anderen wurden einfach ignoriert. Wir kamen unverletzt an, uns ist in der Slowakei auch nichts passiert und wir kehrten auch unversehrt wieder zurück. Wir haben viel gefeiert, noch mehr getrunken, verloren teilweise unsere motorischen Fähigkeiten, „baggerten“ wo es nur ging, machten unsere Umgebung unsicher und bleiben in der Slowakei bestimmt unvergessen. Und wir haben auch mit Erfolg Eishockey gespielt. Eine typische RSC-Reise eben …

Alle Informationen zu den Spielen siehe Rubrik "Turniere".

 
 
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